Thursday, March 26, 2015

Modernismus und liturgischer Missbrauch

 In der Pfarrei Saint Joan d’Arc in der Erzdiözese Saint Paul and Minneapolis im Staat Minnesota in den USA wurde die Karwoche mit einem liturgischen Mißbrauch begonnen. Die Palmsonntagsliturgie artete in ein lächerliches und sakrilegisches Spektakel aus. Um die „Familienmesse“ der Pfarrei „zu beleben“, inszenierte der Pfarrer mit dem „Liturgieteam“ die Heilige Messe unter dem Motto „Heart of the Beast“ als Puppen- und Maskentheater. Priester und Altardiener waren verkleidet und trugen Tier- und Menschenmasken. Die Gläubigen waren als Pflanzen und Blumen verkleidet.
Liturgischer Missbrauch in der Pfarre Saint Joan d’Arc in der Erzdiözese Saint Paul and Minneapolis im Staat Minnesota in den USA 

Kardinal Dr. Christoph Schönborn
Erzbischof von Wien

Liturgischer Missbrauch

Modernismus

Liturgischer Missbrauch

Über 800 Jugendliche feierten mit Kardinal Christoph Schönborn einen Jugendgottesdienst

Über 800 Jugendliche feierten mit Kardinal Christoph Schönborn einen Jugendgottesdienst

Am 13. April 2008 in Gloggnitz - Jugendmesse "lass die hüllen fallen"

Na Typisch !

Katholisch ?

Franziskaner-Provinzial Pater Michel tanzt vor Altar

Modernismus

"Die irren Ideen der Modernisten"

Pfarrer José Moreno Planas tanzt in der Kirche Flamenco

Vom knienden Kommunionempfang zum Selbstbedienungsbuffet? Das scheint der Weg der Sonderregelungen zum Kommunionempfang zu sein, die auf die Liturgiereform folgten. Der Veränderungsdrang scheint zu immer „kreativeren“ Erfindungen zu zwingen. Die veröffentlichten Fotos zeigen ein profanes Verständnis des Allerheiligsten Altarsakraments.
Die Heilige Messe in der Kathedrale von Tournai zelebrierte der dortige Diözesanbischof Guy Harpigny (siehe Bild). Der geweihte, mit Reliquien bestückte Altar als Ort der heiligsten Handlung, der unblutigen Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers verliert dabei jede Bedeutung. In der Kathedrale von Tournai stand  der Altar der Kirche, ein „Volksaltar“ (der Hochaltar war vor Jahren ersatzlos entsorgt worden), verwaist, leer und unbeachtet hinter dem Rücken des Bischofs und der Priester. Statt dessen war die lange Tafel im Kirchenschiff, abseits des Altars und außerhalb des Altarraums errichtet worden.
Der Verlust des Sakralen führt zur leeren Autozelebration des Menschen
Die Realität erbrachte den gegenteiligen Beweis. Die Änderungen von Text und Form durch die Liturgiereform und Folgeentscheidungen hatten schrittweise eine grundlegende Bewußtseinsänderung zur Folge, die zur heftigen Zerrüttung des sakralen Verständnisses wurde. Der Verlust des Sakralen führte in weiterer Folge zu einem grundsätzlichen Verständnisverlust für das Religiöse und letztlich für Gott selbst.
Die „kleinen“ Änderungen bedeuteten eine Perspektivenverschiebung von größter Tragweite, die von der Theozentrik zur Anthropozentrik führte, oder anders gesagt, von der ehrfürchtigen Anbetung Gottes zu einer theatralischen Autozelebration des Menschen, der sich allerdings nur gegenseitige Ratschläge geben, sich aber nicht selbst erlösen kann.




















Pater Andreas Endl Herz Jesu Franziskaner

Friday, March 13, 2015

Tuesday, March 3, 2015

Papstzitate

Pater Andreas Endl Herz Jesu Franziskaner


Papstzitate

Wie steht der Papst zur alten Messe?
Antworten aus seiner Zeit als Kardinal.

1. Wie alt ist der »tridentinische Meßritus«?

Wurde er vom Trienter Konzil (1545-1563) »geschaffen« oder ist er sehr viel
älter?

Papst Benedikt XVI. erklärt in seinen schriftlichen Erinnerungen, wie er
mittels des Schottmessbuches »langsam in die geheimnisvolle Welt der
Liturgie« eindrang:

»Immer klarer wurde mir, daß ich da einer Wirklichkeit begegnete, die nicht
irgendjemand erdacht hatte, die weder eine Behörde noch ein großer einzelner
geschaffen hatte. Dieses geheimnisvolle Gewebe von Text und Handlungen war
in Jahrhunderten aus dem Glauben der Kirche gewachsen. Es trug die Fracht
der ganzen Geschichte in sich und war doch zugleich viel mehr als Produkt
menschlicher Geschichte. Jedes Jahrhundert hatte seine Spuren eingetragen:
Die Einführungen ließen uns erkennen, was aus der frühen Kirche, was aus dem
Mittelalter, was aus der Neuzeit stammte.«

»Ein Missale Pius V., das von ihm geschaffen worden wäre, gibt es nicht. Es
gibt nur die Überarbeitung durch Pius V. als Phase in einer langen
Wachstumsgeschichte.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S.23 u. 172


2. Ist der NOM eine organische Fortentwicklung des überlieferten römischen
Ritus oder handelt es sich um einen neuen Ritus?

»An die Stelle der gewordenen Liturgie hat man die gemachte Liturgie
gesetzt. Man wollte nicht mehr das organische Werden und Reifen des durch
die Jahrhunderte hin Lebendigen fortführen, sondern setzte an dessen Stelle
- nach dem Muster technischer Produktion - das Machen, das platte Produkt
des Augenblicks.«

Gedenkschrift für den verstorbenen Liturgiewissenschaftler Msgr. DDr. Klaus
Gamber “Simandron - der Wachklopfer«, W. Nyssen, Köln 1989, S.14f.

»Ich war bestürzt über das Verbot des alten Missale, denn etwas Derartiges
hat es in der ganzen Liturgiegeschichte nie gegeben... Das nunmehr
erlassene Verbot des Missale, das alle Jahrhunderte hindurch seit den
Sakramentaren der alten Kirche kontinuierlich gewachsen war, hat einen Bruch
in die Liturgiegeschichte getragen, dessen Folgen nur tragisch sein
konnten... Man brach das alte Gebäude ab und baute ein anderes,....«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S.173

3. Haben die Väter des II.Vatikanischen Konzils einen neuen Meßritus
gewollt?

»Die Reform der Liturgie aus dem Geist der liturgischen Bewegung bildete für
die Mehrheit der Konzilsväter keine Priorität, für sehr viele überhaupt kein
Thema. So hat zum Beispiel Kardinal Montini, der als Papst Paul VI. zum
eigentlichen Konzilspapst wurde, bei seinem Themenaufriß nach Beginn des
Konzils ganz klar gesagt, daß er hier keine wesentliche Aufgabe für das
Konzil finden könne.«

Vor allem Deutschland und Frankreich setzten es jedoch durch, daß in der
Vorbereitungsphase ein Schema über die heilige Liturgie erarbeitet wurde.
Mit dem vom Konzil verabschiedeten Schema wurde jedoch in keiner Weise ein
Bruch mit dem überlieferten römischen Ritus beabsichtigt:

»Keinem der Väter wäre eingefallen, in diesem Text eine «Revolution» zu
erblicken, die das «Ende des Mittelalters» bedeuten würde, wie ihn
inzwischen Theologen glauben interpretieren zu sollen. Man sah dies als eine
Fortführung der von Pius X. eingeleiteten und Pius XII. behutsam, aber
zielstrebig vorangetriebenen Reformen an. Die Generalklauseln wie «die
liturgischen Bücher sollen baldigst revidiert werden» (Nr.25) wurden in
diesem Sinn verstanden: als kontinuierliche Fortführung jener Entwicklungen,
die es immer gegeben hatte und die seit den Päpsten Pius X. und Pius XII.
ein von der Wiederentdeckung der klassischen römischen Traditionen
bestimmtes Profil erhalten hatten. ... Es ist in diesem Zusammenhang nicht
überraschend, daß die neugestaltete «Mustermesse», die an die Stelle des
bisherigen Ordo missae treten sollte und trat (Anmerkung: der NOM), von der
Mehrheit der dafür zu einer Sondersynode zusammengerufenen Väter 1967
abgelehnt worden ist.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S.103f.

4. Kann man sich für die Einführung eines neuen Ritus auf die
Liturgiekonstitution von Vatikanum II «Sacrosanctum concilium» berufen?

»Daß manche (oder viele?) Liturgiker, die als Berater wirkten, von
vornherein weitergehende Absichten hatten, kann man inzwischen manchen
Veröffentlichungen entnehmen; eine Zustimmung der Väter hätten sie zu
solchen Wünschen sicher nicht gefunden. Im Text des Konzils waren sie auch
in keiner Weise ausgedrückt, obwohl man sie nachträglich in manche
Generalklauseln hineinlesen kann.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S. 106

5. Besteht in dem neuen Meßritus auch inhaltlich ein Bruch mit der
überlieferten Meßtheologie?
»Das Zweite Vatikanische Konzil behandelt man nicht als Teil der lebendigen
Tradition der Kirche, sondern direkt als Ende der Tradition und so, als
fange man ganz bei Null an. Die Wahrheit ist, daß das Konzil selbst kein
Dogma definiert hat und sich bewußt in einem niedrigeren Rang als reines
Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre
es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt. Dieser
Eindruck wird besonders durch Ereignisse des täglichen Lebens verstärkt. Was
früher als das Heiligste galt - die überlieferte Form der Liturgie - scheint
plötzlich als das Verbotenste und das Einzige, was man mit Sicherheit
ablehnen muß... Das führt bei vielen Menschen dazu, daß sie sich fragen, ob
die Kirche von heute wirklich noch die gleiche ist wie gestern, oder ob man
sie nicht ohne Warnung gegen eine andere ausgetauscht hat.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Rede vor den Bischöfen von Chile vom 13.7.1988,
Der Fels 12/88, S. 343

»Daß die negativen Seiten der Liturgischen Bewegung hernach verstärkt
wiederkehren und geradezu auf die Selbstzerstörung der Liturgie hindrängen
würden, habe ich nicht vorauszusehen vermocht.³

»Ich bin überzeugt, daß die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend
auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert wird,
»etsi Deus non daretur».«

Joseph Kardinal Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S. 64 u. 174

6. Ist jeder Priester der römischen Kirche frei, privat und öffentlich den
überlieferten Meßritus zu lesen?

»...die Ächtung der bis 1970 gültigen Form von Liturgie muß aufhören. Wer
sich heute für den Fortbestand dieser Liturgie einsetzt oder an ihr
teilnimmt, wird wie ein Aussätziger behandelt; hier endet jede Toleranz...
Derlei hat es in der ganzen Geschichte nicht gegeben, man ächtet damit ja
auch die ganze Vergangenheit der Kirche. Wie sollte man ihrer Gegenwart
trauen, wenn es so ist? Ich verstehe, offen gestanden, auch nicht, warum so
viele meiner bischöflichen Mitbrüder sich weitgehend diesem Intoleranzgebot
unterwerfen, das den nötigen inneren Versöhnungen in der Kirche ohne
einsichtigen Grund entgegensteht.«

Joseph Kardinal Ratzinger, Gott und die Welt - Glauben und Leben in unserer
Zeit, Ein Gespräch mit Peter Seewald, 2. Aufl., München 2000, S.357

In seiner Zeit als Kardinal hat Papst Benedikt XVI. mehrmals den
überlieferten Ritus öffentlich zelebriert und dadurch gezeigt, daß er ihn
keineswegs für abgeschafft hält. Er argumentiert so:

»Nach dem II.Vatikanum entstand der Eindruck, der Papst könne eigentlich
alles in Sachen Liturgie, vor allem, wenn er im Auftrag eines ökumenischen
Konzils handle.... Tatsächlich aber hat das I.Vatikanum den Papst keineswegs
als absoluten Monarchen definiert, sondern ganz im Gegenteil als Garanten
des Gehorsams gegenüber dem ergangenen Wort: Seine Vollmacht ist an die
Überlieferung des Glaubens gebunden - das gilt gerade auch im Bereich der
Liturgie. Sie wird nicht von ŒBehörden gemacht`. Auch der Papst kann nur
demütiger Diener ihrer rechten Entwicklung und ihrer bleibenden Integrität
und Identität sein.«

Der Geist der Liturgie, Freiburg i. Breisgau 2000, S. 142f.

»Es ist überhaupt nicht einzusehen, was (am alten Ritus) gefährlich oder
unannehmbar sein sollte. Eine Gemeinschaft, die das, was ihr bisher das
Heiligste und Höchste war, plötzlich als strikt verboten erklärt und das
Verlangen danach geradezu als unanständig erscheinen läßt, stellt sich
selbst in Frage. Denn was soll man ihr eigentlich noch glauben? Wird sie
nicht morgen wieder verbieten, was sie heute vorschreibt?«

Joseph Kardinal Ratzinger, Salz der Erde, Heyne, 2001, S. 188

Heilige Margareta Maria Alacoque

Pater Andreas Endl Herz Jesu Franziskaner

Leben der heiligen
Margareta Maria Alacoque

1. Die Jugendzeit

Am 22. Juli 1647 wurde auf dem Schlosse Lautecourd, in Burgund, Frankreich, ein Kind geboren, das bei seiner Taufe nach drei Tagen in der Pfarrkirche Verovres den Namen Margareta erhielt. Die Eltern hießen Claudius Alacoque und Philiberte Lamyn.
Die Heiligen sind die starken, gewaltigen Eichen, an denen das schwache Efeu emporrankt, sich fest hält und auch groß wird. Eine solche feste Eiche im Sturme des Lebens ist Margareta Alacoque geworden. Sie ist ein leuchtender Stern, der für alle Zeiten sein grelles Licht aus dem Feuermeer seiner Gottesliebe hinausleuchten läßt in die kalte Nacht religiöser Gleichgültigkeit. Sie erwärmt, erquickt und belebt die Menschenherzen, daß sie wieder höher schlagen in Liebe und Begeisterung für Gott. Von ihr wollen wir lernen.
Margareta mit dem Zunamen Maria, den sie bei der Firmung aus Liebe zur Gottesmutter selbst sich wählte, war eine jener seltenen Seelen, deren Gott von zartester Jugend an und auf immer die "einzige Liebe" und Herr des Herzens ist. Schon als kleines Kind fand sie im Gebete ihre größte Freude. Ihr Lieblingsaufenthalt war die Schloßkapelle und die Pfarrkirche. So oft man sie suchte, fand man sie dort. Die Händchen andächtig gefaltet, kniete sie unbeweglich vor dem Tabernakel und betete zu ihrem Heilande. Von Natur war sie lebhaft, lernte sich aber sehr frühzeitig überwinden. Täglich betete sie knieend den Rosenkranz, fastete alle Samstage und sobald sie lesen konnte, betete sie täglich die Tagzeiten von der Mutter Gottes. Zur Gottesmutter hatte sie eine ganz besondere Verehrung. Durch Maria richtete Margareta alle ihre Gebete an den lieben Heiland. Obwohl sie von der Verbindlichkeit eines Gelübdes keinen rechten Begriff hatte, betete sie eines Tages bei der Wandlung der heiligen Messe: "Mein Gott, ich weihe Dir meine Reinheit, ich gelobe Dir ewige Keuschheit". Stets floh sie alle Liebkosungen.
Mit acht Jahren verlor sie ihren Vater. Die ganze Sorge für sieben Kinder lag jetzt auf den Mutterschultern. Margareta Maria kam zu den Urbanistinnen nach Charolles, um von diesen Klosterfrauen standesgemäß erzogen zu werden. Mit neun Jahren empfing sie die erste heilige Kommunion, welche bei ihr tiefe Eindrücke und den Ansporn zur kommenden Heiligkeit hinterließ. Eine schwere, vier Jahre dauernde Krankheit brachte Margareta Maria wieder ins elterliche Schloß. Infolge eines Gelübdes wurde das von den Ärzten aufgegebene Kind durch ein Wunder gesund. Ihre Mutter hatte gelobt: "Heilige Mutter Gottes, wenn mein Kind gesund wird, soll es dir geweiht sein!" Infolge ihrer wunderbaren Heilung, ihrer Reinheit, ihrer hervorragenden Geistesgaben und ihrer besonderen körperlichen Schönheit hatte man für sie nur Liebe und Zärtlichkeit, die an ehrfurchtsvolle Verehrung grenzte. Das wurde für sie eine Gefahr zur Gefallsucht. Aber Gott schützte sie vor schwerem Falle. Nur einmal maskierte sie sich mit einer Freundin zu einem Fastnachtsball und das beweinte sie lebenslänglich als ihr größtes Vergehen. Gott prüfte seinen Liebling und Schützling. Margareta kam unter die Obhut von Verwandten, die sie sehr streng hielten und selbst vom Kirchenbesuch gewaltsam abhielten. Sie litt viel, sehr viel, aber sie betete auch viel. Jesus erschien ihr oft und tröstete sie. Sie müsse dies leiden, um ihm gleichförmig zu werden. Nie klagte sie. Die kindliche Teilnahme an der krank gewordenen Mutter vermehrte ihre Leiden. Jahrelang hatte sie keinen Führer als Gott allein. Über die kleinsten Sünden weinte sie in der Einsamkeit laut auf. Alle freie Zeit benutzte sie zum Gebete und zwar erfreute sie sich besonders am betrachtenden Gebete. Tagelang und Nächte hindurch hätte sie vor dem Tabernakel knien können ohne Langweile oder Ermüdung. Ihr Herz glich einer brennenden Wachskerze, die sich verzehrte in Liebe zu Jesus.
2. Kampf und Sieg
Von liebenswürdigem Charakter und schöner Erscheinung war sie von angesehenen und reichen jungen Männern zur Ehe begehrt. Selbst die Mutter vergaß ihres Gelübdes und drängte mit den Verwandten zur Heirat. Margareta hatte einen Kampf zu bestehen, der Ströme von Tränen kostete. Eine Zeit lang schien sie nachzugeben und auf die Bitten und Lockungen der Welt zu hören. Sie schmückte sich, um zu gefallen. Sie suchte Vergnügen und fand sie nicht. Einer verfolgte und verwundete mit den Pfeilen seiner Liebe ihr Herz. Es war Jesus. Er war eifersüchtig auf ihre Liebe. Eines Abends legte sie das Festkleid ab. Da stand der Erlöser vor ihr, mißhandelt und blutend wie bei der Geißelung und sagte: "Sieh her, was deine Eitelkeit mir angetan hat. Du verlierst die kostbare Zeit, über die du in der Todesstunde Rechenschaft geben mußt. Mir wirst du untreu! Mich verfolgst du, nachdem ich dir so deutliche Beweise meiner Liebe gegeben und dich mir gleichförmig machen wollte".
Diese Worte machten einen erschütternden Eindruck auf das unverdorbene Gemüt. Sie entschloß sich zu einer harten Sühne. Sie umgürtete sich mit einem knotigen Tau so fest, daß sie kaum atmen, noch Speise zu sich nehmen konnte. Dies tat sie so lange, bis der Gürtel in das Fleisch gedrungen war und nur unter heftigen Schmerzen entfernt werden konnte.
Die Lebensgeschichte der Heiligen war ihre einziger Lektüre. Sie sah, daß die Heiligen entweder nie gesündigt oder außerordentliche Buße getan haben. Den Armen gab sie ihren letzten Besitz. Gerne unterrichtete sie Kinder in den Wahrheiten der Religion und pflegte trotz anfänglichem Ekel häufig die Kranken. Oft erschien ihr der Heiland und gab ihr Anweisung, wie sie zu leben habe. Gegen ihr Verlangen, ins Kloster zu gehen, erhoben die Angehörigen fortwährende Einsprache und vereitelten es. Endlich nach vielen Jahren des Kampfes, des Gebetes und der strengsten Bußübungen erhielt sie die Erlaubnis zum Ordenseintritt.
3. Im Kloster
Papst Clemens X. hatte 1670 ein Jubiläum ausgeschrieben. Von einem Franziskaner-Mönch wurde dasselbe von Verovres gepredigt. Bei diesem Anlasse machte Margareta Maria eine Lebensbeichte. 1671 reiste sie am Feste der heiligen Magdalena von Pazzi mit ihrem Bruder Chrysostomus nach Paray-le-Monial und trat am 25. Mai in den Orden der Heimsuchung des heiligen Franz von Sales. Der Bischof von Puy schrieb 1657 von diesem Orden: "Die Hauptaufgaben dieser Ordensfrauen sind, die beiden Lieblingstugenden des heiligsten Herzens Jesu, die Sanftmut und die Demut nachzuahmen. Das sind die Grundsterne ihres Ordens, deshalb verdienen sie das Vorrecht, Töchter des heiligsten Herzens Jesu zu sein". Nicht ohne Opfer, aber glücklich waren für Margareta Maria die Tage des Noviziates. Stetsfort blieb sie in vertrautestem Verkehr mit dem göttlichen Heilande. Ihre Novizenmeisterin war Schwester Anna Franziska Thouvant. Ohne Erlaubnis ihrer Oberin nahm sie nie eine Bußübung vor. Der Gehorsam ging ihr über alles.
Der 25. August 1671 "war der Tag ihrer Verlobung", wie sie selbst sagte. An diesem Tage wurde sie eingekleidet. Immer mehr wuchs ihre herrliche Gottesliebe, der sie alles opferte, so z.B. eine heftige natürliche, wenn auch reine Zuneigung zu einer Mitnovizin. Im Kloster verrichtete sie die geringsten häuslichen Arbeiten. Um sich abzutöten, kämpfte sie heroisch acht Jahre lang gegen einen Ekel, den sie vor dem Käse hatte. Schließlich wurde ihr wegen ihrer Gesundheit der Käsegenuß verboten. Margareta Maria Alacoque enthielt sich stets aller geistigen Getränke. Sie war ihr Leben lang Totalabstinentin und ist auch als solche ein leuchtendes Vorbild der Entsagung aus Liebe zu Gott. Vom Himmel aus ist sie jetzt eine mächtige Fürbitterin und Schutzpatronin aller katholischen Abstinenten.
Mit der Menge ihrer Entsagung wuchsen ihre Gottesliebe und damit die himmlischen Tröstungen und Gnadenerweise so sehr, daß sie einst ausrief: "Herr, mein Herz ist überfüllt! vergrößere es oder halte diesen Überfluß zurück!" Sträubte sie sich, ein Opfer zu bringen, so erschien ihr der leidende Heiland mit seinen Wunden, mahnte sie zur Ausdauer und verhieß ihr seine Kraft.
Der 6. November 1672 war der Tag ihrer feierlichen Gelübde. Am Morgen nach der heiligen Kommunion ritzte sie sich einen Finger auf und schrieb mit ihrem Blute:
"Ich elendes, unwürdiges Nichts erkläre, daß ich mich meinem Gott ergeben und opfern will, um alles zu tun, was er von mir verlangt, und mich ganz seinem göttlichen Wohlgefallen zu überlassen. Ich verlange für mich nichts, als Eifer für seine Ehre und seine reine Liebe, der ich mich für immer hingebe. - Von nun an gehöre ich meinem Geliebten als seine Sklavin, seine Magd, sein Geschöpf, aber zugleich seine unwürdige Braut, Schwester Margareta Maria, gestorben für die Welt. Alles von Gott, nichts von mir; alles für Gott, nichts für mich." 


4. Die Vertraute des Herzens Jesu
Ein Lieblingsort der Schwester Margareta Maria war ein Haselnußgebüsch im Garten. Hier betete sie sehr viel und hatte da eine Erscheinung ihres lieben Erlösers. Als Beschäftigung hatte sie eine Zeit lang das Amt einer Gehilfin der Krankenschwester. Je mehr sie voraneilte auf dem Wege zur Vollkommenheit, um so mehr wuchs der Neid des Teufels. Er verlangte, sie wie Job quälen zu dürfen. Alles was sie trug, stieß er ihr aus den Händen, was ihr viele Verweise eintrug. Sie ertrug alles in Geduld. Gott schützte sie, verlangte aber immer mehr Opfer, besonders schickte er ihr auch viele körperliche Leiden. Als der Teufel sie einmal heftig auf den Kopf schlug, litt sie lebenslang an furchtbaren Kopfschmerzen. Als Krankenpflegerin küßte sie wiederholt eiternde Wunden, um den Ekel der Natur zu überwinden. Vom Krankensaal kam Margareta in den Speisesaal, wo sie sich das Geringste und Schlechteste zuteilte. Obwohl sie sehr geschickt war, hatte sie durch Zulassung Gottes und durch Quälerei des Teufels viel Mißerfolg. Eine neue Beschäftigung erhielt sie, als ihr die Obsorge um die Pensionärinnen übertragen wurde. Diese liebten ihre Vorgesetzte sehr. Auch die Oberin des Klosters, Mutter Franziska Saumaise war voller stiller, zurückhaltender Bewunderung für Schwester Margareta Maria.
Eines Tages ließ ihr der liebe Heiland die Wahl zwischen einem höchst glücklichen Leben voll Trost, Friede und Gesundheit, voll Achtung und Zuneigung von seiten ihrer Mitmenschen oder aber einem Leben voll Widerspruch und Schmähung, in Leiden des Körpers, Ängsten und Versuchungen der Seele. Margareta Maria erwiederte: "Du genügst mir, Herr, ich will nur Dich, wähle Du für mich. Gib mir, was am meisten zu Deiner Ehre gereicht." Jesus wählte für sie ein Leben voll Schmerzen. Die bevorzugte Dienerin des Herzens Jeus nahm diese Gabe und küßte die Hand, welche sie ihr reichte. Ihre nun folgenden Leiden des Körpers und der Seele zu schildern, ist fast unmöglich. Wie groß auch die Leiden waren, Jesus stärkte sie in Seinem steten vertrauten Verkehr. Gab ihr Jesus einen Befehl, verbot die Oberin die Ausführung, und klagte sie es wiederum ihrem Lehrmeister, dann befahl Jesus, der Oberin zu folgen, er werde den Willen der Oberin schon lenken.
5. Die Schülerin des Herzens Jesu
Am 27. Dezember 1673 kniete sie nach der heiligen Kommunion vor dem Tabernakel in inniges Gebet versunken, da erschien ihr das göttliche Herz Jesu auf einem Flammenthrone, nach allen Seiten Strahlen sendend wie die Sonne, die Wunde der Lanze sichtbar, von einer Dornenkrone umgeben, und auf dem Herzen stand das Kreuz und Jesus sprach:
"Mein göttliches Herz ist so voll von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, daß ihre Flammen hervorbrechen, um sie durch dich den Menschen zu offenbaren, und sie zu bereichern mit den Schätzen, welche du siehst, und die überreiche aber notwendige Gnade enthalten, um die Menschen zu retten vor dem Abgrund des Verderbens. Dich, Unwürdige und Unwissende, habe ich auserwählt zur Erfüllung meiner Absichten, damit es klar werde, daß alles ganz mein Werk ist. Deshalb gib mir dein Herz!"
Sie tat wie befohlen, und der Erlöser nannte sie von jetzt an "Schülerin des Herzens Jesu". Jesus verlangte, daß das Bild Seines Herzens überall ausgestellt und verehrt werden soll, und daß auf die Orte, wo sein Bild den Ehrenplatz einnehme, die reichsten Segnungen herniederströmen.
Diese Erscheinungen erneuerten sich für Margareta am ersten Freitag eines jeden Monats.
Am 8. Februar 1674 erschien Jesus auf gleiche Weise, zeigte ihr sein Herz mit seiner Liebe zu den Menschen, die ihm aber nur mit Undank lohnten, was ihm schmerzlicher sei, als alle Qualen, die Er während seines bitteren Leidens erduldet habe.
"Gehe jeden ersten Freitag des Moants zur heiligen Kommunion." "Tue nichts ohne Gutheißung deiner Oberin, damit der Teufel dich nicht betrüge, denn über Gehorsame vermag er nichts." So befahl ihr Jesus. Schwere in Geduld ertragene Krankheiten und andere Prüfungen heiligten immer mehr die Gottesbraut, an der Gott immer neue Wunder wirkte.
1674 wurde P. Claudius de la Colombière Rektor der Jesuiten in Paray-le-Monial und zugleich Beichtvater und Seeelenführer der gottbegnadigten Ordensschwester. Claudius de la Colombière wurde am 16. Juni 1929 von Pius XI. selig gesprochen.
Am 19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erschien ihr Jesus wieder, wie so oft, als sie vor dem Tabernakel kniete. Er entblößte sein Herz und sagte:
"Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, daß es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, daß Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, daß der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; daß man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, daß Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluß seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, daß es auch von andern verehrt werde."
Maragreta Maria hatte Bedenken gegen die große Aufgabe, die sie als "Schülerin des Herzens Jesu" erhalten; aber der Erlöser verhieß ihr seine Hilfe und schickte sie zu P. Claudius de la Colombière, ihrem Beichtvater, der ihr in der Ausführung ihres Auftrages behilflich sein soll. Am 21. Juni, am Fest des heiligen Aloysius, desselben Jahres, weihte sie sich ganz ungeteilt dem göttlichen Herzen Jesu. Schwerster Margareta Maria und P. Claudius de la Colombière führten trotz unzähliger Hindernisse mit der Hilfe Gottes den Befehl aus. Daß sie Erfolg hatten, zeigt der heutige Stand der Herz Jesu-Verehrung. 1676 wurde P. Claudius de la Colombière nach Paris und von dort nach England versetzt, von wo er mit dem Kloster in Paray-le-Monial in stetem Briefwechsel blieb.


 6. Die Erbin des Herzens Jesu
Margareta Maria genoß weiter des fortwährenden Verkehrs mit dem göttlichen Heilande. Unter anderem sagte er ihr einst: "Die Hölle kann nicht schrecklicher sein, als der Zustand eines der Gnade Gottes beraubten Herzens." "Ich habe das Weihwasser gern, und liebe so sehr das Kreuz, daß ich die Seelen, die es um meinetwillen tragen, noch inniger mit mir verbinde."
1678 erhielt Margareta Maria in Péronne Rosalie Greyffié eine neue Oberin. Von diesem Jahre an erschien ihr Jesus stets in Begleitung eines Engels. Im selben Jahre verlangte ihr göttlicher Lehrmeister von ihr ein geistliches Testament, worin sie alle Arbeiten, Leiden und Verdienste ihm übergebe. Die Oberin unterzeichnete: "31. Dezember 1678, Schwester Péronne Rosalie Greyffié; die Erblasserin: Schwester Margareta Maria, Schülerin des Herzens Jesu." Mit einem Federmesser schnitt sie den Namen "Jesus" in ihre Brust und schrieb mit dem Blute dieser Wunde auf wörtliche Eingebung ihres göttlichen Lehrmeisters:
"Ich mache dich zur Erbin Meines Herzens und aller darin verborgenen Schätze, und dies für Zeit und Ewigkeit. Zugleich gelobe ich dir, daß es dir nie an Hilfe fehlen wird, solange es Meinem Herzen nicht an Macht gebricht. Du bleibst dessen Schülerin und Vielgeliebte."
Am 15. Februar 1682 starb P. Claudius de la Colombière in Paray-le-Monial, wohin er nach viel Leiden und Verfolgungen aus England zurückgekehrt war, an der Schwindsucht eines heiligen Todes.
Margareta Maria verlor an ihm ihren besten Freund. Sie betete nicht für seine Seelenruhe, weil sie von Jesus wußte, daß er am Tage der Beerdigung in den Himmel aufgenommen worden ist. Papst Leo XIII. hat am 8. Januar 1880 die Einführung des Seligsprechungsprozesses genehmigt und Pius XI. ihn am 16. Juni 1929 selig gesprochen.
Unter der neuen Oberin Maria Christina Melin wurde Margareta Maria Assistentin und Novizenmeisterin. In der Erziehung der Novizinnen hatte sie herrliche Erfolge. Sie wurde nie müde, in aller Herzen die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu zu begründen und zu fördern. Zur Feier des Festes vom Herzen Jesu lud sie ihre Mitschwestern und die Novizinnen ein. Freilich waren noch viele Vorurteile und andere Schwierigkeiten gegen die Herz Jesu-Andacht zu überwinden. Jesus führte durch seine treue Dienerin seine Pläne zum Siege.
7. Erster Triumph
1686 wurde es Margareta Maria möglich, die ersten Darstellungen ihres neuen Herz Jesu-Bildes verteilen zu können. Ihre frühere Oberin Greyffié sandte sie ihr. Die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu wuchs immer mehr im Kloster des heiligen Franz von Sales in Paray-le-Monial und verbreitete sich von dort auch nach auswärts, besonders durch die früheren persönlichen Bemühungen von P. Claudius de la Colombière und durch seine hinterlassenen Schriften, wie "Retraite spirituelle", die eifrig gelesen und verbreitet wurde. Am meisten trugen die geduldigen Leiden der Schwester Margareta Maria dazu bei.
Der liebe Heiland offenbarte Margareta Maria neue Verheißungen. Am 24. August 1685 schrieb sie solche an Mutter de Saumaise:
"Er (Jesus) versprach mir, daß alle, die sich diesem heiligen Herzen weihen, niemals verloren gehen werden, und daß Er, der Quell aller Segnungen, diese im Überfluß ausgießen wird über jene Stätten, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens ausgestellt ist, um verehrt und geliebt zu werden. Durch dieses Mittel wolle er die Zwietracht aus den Familien entfernen und denen helfen, die sich in Not befinden."
Am 21. Juni 1686 wurde das Herz Jesu-Fest im Kloster feierlich begangen und bald darauf im Hause die erste private kleine Herz Jesu-Kapelle mit dem Herz Jesu-Bilde errichtet.
Besonderen Glanz bekam die Herz Jesu-Andacht, als am 7. September 1688 im Klostergarten die erste größere Herz Jesu-Kapelle mit einem großen Herz Jesu-Bilde mit großer Feier eingeweiht wurde. Sie wurde der Lieblingsaufenthalt der Schwester Margareta Maria. In der Folge versah Margareta Maria wieder das Amt einer Krankenschwester und dann wieder einer Assistentin im Jahre 1687. Die Zahl der besonderen Verheißungen, welche ihr das göttliche Herz Jesu machte, beträgt zwölf. Sie hat sie alle in ihren Briefen aufgezeichnet. Hier sei noch besonders die sogenannte große Verheißung erwähnt:
"Ich verspreche dir im Übermaße der Güte Meines Herzens, daß Meine allmächtige Liebe allen, die in neun aufeinanderfolgenden Monaten am ersten Freitag die heilige Kommunion empfangen, die Gnade aufrichtiger Reue in der Todesstunde verleihen wird, so daß sie nicht in Meiner Ungnade sterben, sondern die heiligen Sakramente empfangen, und in der letzten Stunde einen sicheren Zufluchtsort finden in Meinem Herzen."
8. Ein heiliger Tod
1690 sollte Schwester Margareta Maria zur Ordensoberin gewählt werden. Doch sie bat den lieben Heiland, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhörte ihre Bitte. Schwester Lévy Chateaumourant wurde Oberin. Im selben Jahre sagte Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bat, noch 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 begann. Am 8. Oktober mußte sie sich infolge schwerer Leiden zu Bette legen. Die Sterbesakramente wurden ihr gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod war ergreifend und rührend. "Jesus" war ihr letztes Wort. Sie starb am 17. Oktober 1690 abends 8 Uhr mit 43 Jahren, von denen sie 19 im Orden zubrachte. Das Volk verbreitet die Todesnachricht mit den Worten: "Die Heilige ist tot!"
9. Gottes Lohn
Das heiligste Herz Jesu hatte die Seele seiner auserwählten Braut in den Himmel aufgenommen. Das Volk eilte in Menge ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke wurden auf der Stelle gesund. An ihrem Grabe geschahen fortwährend Wunder. Leo XII. gab ihr am 28. März 1824 den Titel "ehrwürdig". Pius IX. sprach sie selig, Benedikt XV. hat am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozeß abgeschlossen. Am 13. Mai 1920 wurde Margareta Maria Alacoque von Benedikt XV. heilig gesprochen.
Gott hat ein schwaches Geschöpf, Schwester Margareta Maria, benützt, um die Andacht zum Herzen Jesu einzuführen und zu verbreiten. Heute hat diese Andacht die Welt erobert. Ströme von Gnaden sind durch sie auf die heilige Kirche Gottes und ihre Kinder niedergeflossen und fließen immer noch weiter. Die Vorhersagung Margareta Maria's hat sich erfüllt: "Das Herz Jesu wird herrschen!"
 


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Pater Andreas Endl

Im Gespräch mit dem heiligen Pater Pio

Pater Andreas Endl Herz Jesu Franziskaner

Heiliger Pater Pio

Hunderttausende haben in tiefer Erschütterung der heiligen Messe des heiligen Pater Pio in San Giovanni Rotondo beigewohnt, sein Weinen, sein Bluten gesehen und dabei etwas von dem ungeheuren Drama verspürt, das sich bei der Erneuerung des Kreuzesopfers vollzieht. In einem Gespräch hat der heilige Kapuzinermönch, der stigmatisierte Mystiker einiges von dem enthüllt, was ihn dabei bewegte.
( Quelle: "Cosi parló Padre Pio". Edizione La Casa Sollievo della Sofferenza, San Giovanni Rotondo, Foggia, Italien, 2. Auflage 1975 )

Vater, was ist Ihre Messe ?
Ein Mitleiden der Passion Jesu. Meine Verantwortung ist beispiellos auf Erden - sagt er weinend.

Was muss ich in Ihrer heiligen Messe erkennen ?
Das ganze Leiden auf Calvaria.

Vater, sagen Sie mir, was Sie in der heiligen Messe alles leiden ?
Alles, was Jesus in seiner Passion gelitten hat, das leide auch ich, wenn auch nicht in gleicher Weise und nur, soweit es menschenmöglich ist. Und dies ohne mein Verdienst und nur dank seiner Güte.

Vater, in der göttlichen Opferfeier nehmen Sie unsere Bosheit auf sich ?
Man kann nicht anders, denn das gehört zur göttlichen Opferfeier.

In diesem Fall betrachtet Sie der Herr als Sünder ?
Ich weiss es nicht, doch ich vermute, es ist so.

Ich sah, wie Sie gezittert haben beim Betreten der Altarstufen. Warum ? Im Hinblick auf die bevorstehenden Leiden ?

Nicht wegen der bevorstehenden Leiden, sondern für das, was ich aufopfern musste.

In welchem Augenblick der heiligen Opferfeier leiden Sie am meisten ?
Immer und in zunehmendem Masse.

Gibt es eine bestimmte Zeit, wo Sie am meisten leiden ?
Von der heiligen Wandlung bis zur Kommunion.

Warum haben Sie heute morgen während des Evangeliums geweint, als Sie die Worte aussprachen: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt... ?
Weine mit mir aus übergrosser Liebe !

Vater, warum weinen Sie fast immer, wenn Sie in der heiligen Messe das Evangelium lesen ?

Ist es nicht unerhört, dass ein Gott mit seinen Geschöpfen spricht, dass ihm widersprochen wird und dass er durch ihren Unglauben ständig verletzt wird ?

Vater, ist Ihre Messe ein blutiges Opfer ?
Du irrst !

Ja, ich wollte sagen, dass das Opfer Jesu unblutig ist, aber ihre Teilnahme an der ganzen Passion ist sie blutig ? Oder irre ich ?
Ja nun, diesmal irrst du dich nicht. Ich persönlich meine, du könntest vielleicht recht haben.

Wer wischt Ihr Blut ab während der heiligen Messe ?

Niemand.


Vater, sagen Sie es mir, warum leiden Sie so sehr bei der heiligen Wandlung ?

Weil gerade dort sich eine neue wunderbare Zerstörung und Schöpfung vollzieht.

Mein Vater, warum weinten Sie am Altar und was bedeuten jene Worte, die Sie während der Erhebung der heiligen Gestalten aussprechen ? Nicht aus Neugierde möchte ich es wissen, sondern weil ich sie gerne mit Ihnen wiederholen möchte.
Man kann die Geheimnisse des Königs der Könige nicht wiederholen, ohne sie zu entweihen. Du fragst mich, warum ich weine. Ich möchte freilich nicht bloss Tränchen, sondern ganze Ströme von Tränen vergiessen. Denke doch an das schreckliche Geheimnis !

Vater, erleiden Sie auch während der Messe die Bitterkeit der Galle ?
Ja, und sehr oft.

Vater, wie vermögen Sie es auszuhalten am Altare ?
Wie Jesus am Kreuze es aushielt.

Sind Sie am Altar ans Kreuz genagelt wie Jesus auf Calvaria ?
Wie kannst du nur fragen ?

Wie können Sie es aushalten ?
Wie Jesus auf Calvaria es aushielt.

Vater, haben die Peiniger das Kreuz umgedreht, um die Nägel zu befestigen ?
Ja, das haben sie getan !

Befestigen sie auch bei Ihnen die Nägel ?

Und wie !

Drehen sie auch bei Ihnen das Kreuz um ?
Gewiss, doch sei nicht in Sorge !

Vater, wiederholen auch Sie die sieben Worte Jesu am Kreuze ?
Ja, wenn ich auch dessen unwürdig bin.

Und zu wem sagen Sie: "Frau, sieh da dein Sohn ?"
Ich sage zu Ihr: "Siehe da die Kinder deines Kindes".

Erleiden auch Sie den Durst und die Verlassenheit Jesu ?
Ja, nach der heiligen Wandlung. Gewöhnlich bis zur heiligen Kommunion.

Sie haben mir gesagt, Sie schämen sich zu sagen: "Umsonst habe ich gesucht, wer mich tröstet", und warum ?
Im Vergleich zu dem, was Jesus gelitten hat, verblasst unser Leiden, da wir die Schuldigen sind.

Vor wem schämen Sie sich ?
Vor Gott und meinem Gewissen.

Was ist die heilige Kommunion ?
Lauter Erbarmen. Gänzliche Vereinigung. Ihr könnt Jesus bitten, euch dies fühlen zu lassen.

Was tut Jesus bei der heiligen Kommunion ?
Er freut sich in seinem Geschöpf.

Was sollen wir für Sie, bei der heiligen Kommunion, den Heiland bitten ?
Dass auch ich ein zweiter Jesus sei, ganz Jesus, immer Jesus.

Leiden Sie auch während der heiligen Kommunion ?

Das ist der Höhepunkt.

Setzen sich Ihre Leiden nach der heiligen Kommunion fort ?
Ja, aber es sind Leiden der Liebe.

In dieser Vereinigung tröstet Sie der Heiland nicht ?
Doch, aber deswegen hört man nicht auf, am Kreuz zu sein !

Wem warf der sterbende Heiland den letzten Blick zu ?

Seiner Mutter.

Und worauf ruht Ihr Blick ?
Auf den Brüdern in der Verbannung.

Sterben auch Sie in der heiligen Messe ?
Ja, in der heiligen Kommunion, auf mystische Weise.

Sterben Sie aus übergrosser Liebe oder aus übergrossem Leid ?

Aus beiden Gründen, doch mehr aus Liebe.

Wenn Sie in der heiligen Kommunion sterben, sind Sie dann nicht mehr auf dem Altar ? 
Oder ?
Auch der tote Heiland war auf Calvaria.

Vater, Sie haben gesagt, dass in der heiligen Kommunion das Opfer stirbt. In wessen Arme werden Sie gelegt ?
In die Arme des heiligen Franziskus.

Vater, wie sehr lieben Sie Jesus ?
Mit unendlichem Verlangen, aber in Wirklichkeit, ach, ich möchte sagen, ist die Liebe gleich null, und ich schäme mich darob.

Vater, warum weinen Sie bei den Worten des letzten Evangeliums: "Und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit ?"
Und scheint dir dies wenig zu sein ? Wenn die Apostel mit ihren leiblichen Augen so grosse Herrlichkeit gesehen haben, wie gross wird die Herrlichkeit sein, die wir im Sohne Gottes, in Jesus sehen werden, wenn Er sich uns im Himmel offenbaren wird ?

Welches wird unsere Vereinigung mit Jesus im Himmel sein ?
Seht !... Die Eucharistie schenkt uns eine Ahnung davon.

Ist die Mutter Gottes bei Ihrer Messe auch gegenwärtig ?
Ja, glaubst du, die Mutter kümmere sich nicht um ihr Kind ?

Sind auch die Engel bei der Messe anwesend ?
Scharenweise !

Was tun sie ?
Sie beten an und lieben.

Vater, wer steht Ihrem Altar am nächsten ?
Der ganze Himmel.

Wünschen Sie mehr als eine Messe täglich zu feiern ?
Wenn es in meiner Macht läge, würde ich den Altar nie verlassen.
Sie haben mir gesagt, dass Sie den Altar mit sich tragen...
Ja, denn es erfüllt sich das Wort des Apostels: "...denn ich trage die Wundmale des Herrn Jesus";
"mit Christus bin ich an das Kreuz geheftet !" "Ich züchtige meinen Leib und mache ihn mir untertan."

Dann stimmt es doch, wenn ich sage, mitten unter uns wandelt der gekreuzigte Jesus !
( Darauf gab Pater Pio keine Antwort ).

Vater, gedenkt Ihr meiner während der heiligen Messe ?
In der heiligen Messe ist ein ständiges Gedenken, vom Anfang bis zum Ende.

Vater, der Herr, liebt Er das Opfer ?
Ja, denn durch das Opfer hat Er die Welt neu gemacht.

Wie sehr verherrlicht die heilige Messe Gott ?
Auf unendliche Weise.

Was sollen wir während der heiligen Messe tun ?
Mitleiden und lieben.

Vater, wie sollen wir der heiligen Messe beiwohnen ?

Wie die Allerseligste Jungfrau und die frommen Frauen. Wie Johannes beim heiligen Abendmahl und beim blutigen Kreuzesopfer.

Vater, welche Wohltaten werden uns zuteil, wenn wir die heilige Messe mitfeiern ?
Man kann sie nicht aufzählen. Im Himmel werdet ihr sie erkennen.
Während der heiligen Messe erwecke deinen Glauben und betrachte, welch ein Opferlamm sich deinetwegen der göttlichen Gerechtigkeit anbietet, um sie zu besänftigen.
Verlasse nie den Altar, ohne Tränen der Reue und der Liebe vergossen zu haben, dem gekreuzigten Heiland zu lieb, um dein ewiges Heil zu erwirken. Die Schmerzensmutter wird bei dir sein und wird dich liebevoll erleuchten.

"In den Wundmalen ist die Verbindung zwischen Tod und Auferstehung sichtbar geworden."
( Papst Johannes Paul II. Bei der Seligsprechung von Pater Pio )

Die heilige Messe ist die hauptsächlichste Handlung der Gottesverehrung, Höhepunkt und Mitte der christlichen Religion.
( Papst Pius XII. in seiner Enzyklika "Mediator Dei" )

So viel gilt die Feier der heiligen Messe wie der Tod Christi am Kreuze.
( Prälat Robert Mäder, Basel )


Pater Andreas Endl